Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD)

Das Buddy-Projekt an der ESS

Die Edith-Stein-Schule  hat sich zum Schuljahr 2007/2008 dazu entschieden, am Buddy-Projekt teilzunehmen. Drei Lehrerinnen haben daraufhin das Buddy-Lehrerinnentraining absolviert und sich an fünf Fortbildungstagen zu Buddy-Coaches ausbilden lassen. Um sich mit anderen Schulen auszutauschen nahmen die ausgebildeten Lehrerinnen in den folgenden Jahren am Netzwerktreffen aller Frankfurter Buddy-Schulen teil.

  1. Patenbuddys

Auch in diesem Schuljahr gibt es an der ESS wieder Schülerinnen und Schüler, die sich dazu bereit erklärt haben, den neuen Fünftklässler den Start an der neuen Schule zu erleichtern. Sie stehen während des Schuljahres für Führungen durch das Schulgelände, bei Fragen zum Schulalltag, bei Konflikten mit Mitschülern und anderen kleinen und großen Sorgen zur Verfügung. Bei Ausflügen der fünften Klassen werden die Paten ebenfalls eingeladen.

 

  1. Buddy-AG

Die Buddy-AG bietet die Möglichkeit, sich über Probleme organisatorischer sowie inhaltlicher Art auszutauschen. Sie findet in nach Aufgabenbereichen geteilten Gruppen mit je einer Lehrkraft als Coach statt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten so planerische Kompetenzen sowie die Möglichkeit, ihre eigene Arbeit inhaltlich zu reflektieren und weiter zu entwickeln. In Rollenspielen und Übungen erhalten die Schülerinnen und Schüler alternative Handlungoptionen für Konfliktsituationen.

Daraus entwickelte sich die

2. Streischlichter AG:

Seit Oktober 2007 nahmen 21 Schüler/-innen aus den Klassen R7a,7b und H8a,8b an einer Ausbildung zu Streitschlichterinnen und –schlichtern teil. Der Kurs dauerte mit seinen Ausbildungs-, Trainings- und mehrtägigen Workshop Einheiten außerhalb der Unterrichtsstunden bis Ende des Schuljahres 2008/2009 .

Begleitet wurden sie durch ihre Lehrer/-innen, die selbst an der Ausbildung teilnahmen, um später die nächsten Jahrgänge ausbilden zu können. Die beteiligten Lehrer/-innen sind aber auch die ständigen Ansprechpartner während der Umsetzungsphase und im täglichen Schulbetrieb

Ausbilder und Trainer ist ein ausgebildeter Mediator.

Gefördert wurde die Ausbildung durch das kommunale Programm „Frankfurt – Aktive Nachbarschaft“ durch dessen Stabsstelle beim Jugend-und Sozialamt der Stadt Frankfurt/M. und dem entsprechenden Quartiersmanagement in der Henri-Dunant-Siedlung Sossenheim.

Diese zusätzliche Arbeit erfordert von den Jugendlichen sehr viel Disziplin und Konzentrationskraft sowie von den Lehrkräften zusätzliches Engagement außerhalb ihrer Dienstzeit. Auch geht solcherlei „Unterrichtsstoff“ oft über die sachbezogene Grenze ins Persönliche hinein. Also ist von allen Beteiligten auch mehr Empathie gefordert als in den täglichen Schüler-Lehrer-Rollen.

Ziele einer Schüler-Streitschlichtergruppe sind (Auszug aus der Konzeption):

  • Jugendspezifische Konfliktbearbeitung durch Gleichaltrige
  • Erfahrung machen, dass Konflikte nicht nur durch Macht und Gewalt gelöst werden können
  • Ansprechpartner für Schüler und Schülerinnen in Krisensituationen sein
  • einen Beitrag leisten zur konstruktiven Konfliktbearbeitung in der Schule

Lerninhalte sind nicht nur die persönlichen Kompetenzen zur Konfliktvermittlung, sondern auch der strategische Ablauf der Gespräche und die Organisation der Bereitstellung des Angebotes an der Schule.

Auszüge aus der Konzeption:

  • Kennenlernspiele, Regeln
  • Interaktionsübungen
  • konstruktiver Konfliktbegriff
  • Konflikttypen
  • Sichtbare und unsichtbare Konflikte
  • Konfliktausgänge
  • Kommunikationsübungen (Zuhören, Reflektieren, Umformulieren, offene Fragen, Ich-Aussagen, nonverbale Kommunikation, Umgang mit Gefühlen)
  • Vorstellung der Streitschlichtung als alternative Konfliktregelung
  • Phasen der Mediation
  • Mediationsrollenspiele
  • Umgang mit heiklen Situationen (Provokationen, Stress, Druck)
  • organisatorische Vorbereitung für den Einsatz (Teambildungen, Vorstellung in den 5.-7. Jahrgängen, Sprechzeiten)

Die Konfliktbeteiligten machen im Erstgespräch Angaben über:

  1. a) Wer ist beteiligt?
  2. b) Was ist passiert?
  3. c) Was möchte die Person geregelt haben?
  4. d) Ist sie zu einer Mediation bereit?

Möglich ist auch das Ausfüllen eines Streitformulars.

Der begleitende Lehrer unterstützt die Schüler bei Bedarf im Streitfall.

Die Streitschlichter verfügen in der Schule über einen eigenen Raum.

 

Haupt- und Realschule